Frankreich lehnt EU-Verfassung ab

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    Original von Robert
    ich mein heut kostet meine wurst 2 euro und nich mehr 2 mark


    Klar ist das so, aber immerhin sind das jetzt auch schon drei Jahre her. Eine Presisteigerung von 100% ist natürlich eine Sauerei, aber die Wurst würde heute garantiert mehr als 2 Mark kosten. Aber das sind IMO Kleinigkeiten und das ist auch nicht überall passiert. An den Kaffeautomaten in meiner FH stehen noch DM-Preise, dort wurde einfach DM/2 gerechnet, also ohne Erhöhung. Und wenns um große Geldbeträge wie Miete, Krankenkasse, Steuern oder Gehalt geht, dann wurde pingelig genau von umgerechnet. Das Leben ist teurer geworden, so wie es das jedes Jahr wird. Das ist halt der normale Lauf der Wirtschaft: Eine leichte Inflation. Auf der anderen Seite darf man auch nicht vergessen, was gerade in den letzten drei Jahren alles billiger geworden ist. PCs z.B.: heute würde man einen topaktuellen Rechner inkl. TFT-Display, Scanner und Drucker für 1200 bis 1500 EUR bekommen. Meine Vater hat im Jahr 2000 für einen aktuellen Rechner mit Scanner und Röhren-Monitor 4000-5000 Mark bezahlt.
    Ein anderes Beispiel sind die Telefon oder Internettarife. Ich habe früher mal im Internet 5 Pfennig pro Minute + Grundgebühr gezahlt, das wäre heute ein Angebot, mit dem niemand überleben würde.


    Der Euro ist vielleicht Schuld, dass die Bratwurst einen Euro teurer geworden ist, aber eine "heimliche Inflation" sieht wohl nur die BLÖD-Zeitung.


    Zur Abstimmung in Frankreich: Ich habe gestern eine Statistik gelesen, dass viele der Franzosen mit dem Nein ihre Regierung für wirtschaftliche Fehler abstrafen wollten. Und das kanns bei so einer Wahl ja wohl nicht sein. Dort geht es schließlich um Europa, nicht um Frankreich. Wem die Verfassung nicht gefällt, wem der europäische Gedanke nicht gefällt... nun gut, verstehen kann ich sowas nicht, aber wenn er meint, soll er mit nein stimmen, dafür haben wir Demokratie. Wenn man aber mit dem nein gar nicht die Verfassung, sondern seine Regierung meint, dann ist so eine Volksabstimmung ziemlich sinnlos. Ich bin ganz froh, dass bei uns nicht wegen jedem Kram abgestimmt wird. Was von den Reformen und Veränderungen der letzten 10 Jahre wäre denn wohl hier in Deutschland angenommen worden? Wahrscheinlich keine einzigste.

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    Original von Tom



    Vielleicht solltest du das auch mal öfter tun, und dann nich den Stern oder den Focus...


    wieso greifst du ihn an? ?(
    er hat vollkommen recht!


    dadurch das der euro gegenüber dem dollar immer stärker wurde (also mehr dollar für einen euro gewechselt wurden), steig der preis deutscher exportprodukte immer mehr an. und da unsere witschaft extrem vom export abhängt, schadet ein starker euro!




    kleines rechenbeispiel zur verdeutlichung:


    eine deutsche firma exportiert klimaanlagen in die usa.
    verkaufspreis pro stück 100€.


    bei einem wechselkurs von 1:1 haben sie in den usa also 100$ gekostet.


    bei einem wechselkurs von 1:1.25570 (aktuell 30.05.2005) kostet die selbe klimaanlage also 125.57$.


    bei einem starken euro ist das gleiche produkt also ungleich teurer, woraus folgt das der absatz sinkt und das deutsche unternehmen weniger einnimmt.


    also, ich hoffe du verstehst jetzt, warum ein starker euro der wirtschaft schadet... :]

    "Als deutscher Tourist im Ausland steht man vor der Frage , ob man sich anständig benehmen muss oder ob schon deutsche Touristen dagewesen sind."
    Kurt Tucholsky ( 1890 - 1935 )

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  • Andersrum können die Europäer im Moment extrem günstig in Dollar einkaufen, Öl wird auf dem Weltmarkt ja z.B in Dollar gezahlt. Nach deinem Rechenbeispiel kostet Öl die Amis im Verhältnis 25% mehr.


    Ich kenne keine Statistik, ob dieser Import-Vorteil den Export-Nachteil aufwiegt, aber ungeprüft würde ich keinem Wirtschaftsmenschen glauben, der über den starken Euro jammert.

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    Original von SunJay
    Andersrum können die Europäer im Moment extrem günstig in Dollar einkaufen, Öl wird auf dem Weltmarkt ja z.B in Dollar gezahlt. Nach deinem Rechenbeispiel kostet Öl die Amis im Verhältnis 25% mehr.


    Ich kenne keine Statistik, ob dieser Import-Vorteil den Export-Nachteil aufwiegt, aber ungeprüft würde ich keinem Wirtschaftsmenschen glauben, der über den starken Euro jammert.


    was du schreibst stimmt natürlich auch, allerdings überwiegt in deutschland meines erachtens der export sehr stark.




    außerdem ist die sache mit dem export nur ein punkt von vielen.


    beispielsweise schadet es auch dem tourismus in europa. für "nicht-euro-ausländer" wird eine reise hierher sowie sämtliche hier zu tätigenden käufe teurer.


    ein weiterer punkt ist der nicht zu unterschätzende psychologische effekt. ein starker euro kann durchaus dazu führen, dass die oftmals sehr patriotisch eingestellten amerikaner (und nicht nur die!) sich dazu genötigt sehen, ihre eigene witschaft zu unterstützen und von europäischen produkten abstand zu nehmen.


    bei genauerer überlegung ließen sich sicherlich auch noch mehr solche beispiele finden :rolleyes:

    "Als deutscher Tourist im Ausland steht man vor der Frage , ob man sich anständig benehmen muss oder ob schon deutsche Touristen dagewesen sind."
    Kurt Tucholsky ( 1890 - 1935 )

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    Original von Manuel
    ...und um jetzt nicht zu sehr abzuschweifen...Österreich wird zur Zeit von 2 Parteien regiert


    Jede Demokratie ist eine Parteienregierung. Das ist doch nicht so tragisch, das ist ganz normal.


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    von welcher eine erst gar nicht wirklich gewählt wurde


    Es ist verfassungskonform. Der Bundespräsident hat auch nichts dagegen unternommen. Ob es sich mit der politischen Moral vereinbaren läßt, ist eine andere Frage.


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    weil sie erst seit Anfang April existiert...schöne Demokratie ist das...


    Ob es eine schöne Demokratie ist oder eine unschöne, das wird sich bei der nächsten Nationalratswahl zeigen. Erst dann kommt ja die Demokratie richtig zum Tragen, indem sie dem Volk die Möglichkeit gibt, über den Verbleib der Regierung abzustimmen (bei Koalitionsregierungen leider nicht so direkt, aber trotzdem).


    Die Chancen stehen nach wie vor recht gut, daß Blaue und Orange aus dem Parlament fliegen. Die Vorfälle im Bundesrat müßten normalerweise für beide das politische Ende bedeuten.

    "Von allen politischen Idealen ist der Wunsch, die Menschen glücklich zu machen, vielleicht das gefährlichste." -- Karl Popper

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    Original von The Groundkeeper


    wieso greifst du ihn an? ?(
    er hat vollkommen recht!


    dadurch das der euro gegenüber dem dollar immer stärker wurde (also mehr dollar für einen euro gewechselt wurden), steig der preis deutscher exportprodukte immer mehr an. und da unsere witschaft extrem vom export abhängt, schadet ein starker euro!


    Haha so ein Scheiß. Der Export boomt wie nie aus Deutschland, das sollte man ja wohl wissen (siehe Zeitung lesen). Und für den Import ist der starke Euro natürlich eins A weil, wie du wissen solltest, alles wird billiger.. nech?
    Und der Tourismus.. naja ok.. aber das is wohl eher flach.. genauso wie mit dem Patriotismus der Amis, Schmoarn.

    Eines Abends als ich durch die Sender zappte: Und jetzt der Nachrichtenüberblick: Schweres Erdbeben in Afghanistan mindestens 2000 Tote. Und: Der neue Trend im Winter Snowroller.... ;(

  • Stimmt schon, dass es der Export schwerer hat. Aber 1. blabla... Exportweltmeister... blabla und 2. ist das vollkommen normal. Einmal ein paar Jahre hier, dann freuen sich die Europäer, dass sie billig in die USA können, die Wirtschaft schwächelt vielleicht n bisschen und ein paar Jahre gehts andersrum. So läufts nunmal.


    Zur Bratwurst sag ich nur: Marktwirtschaft! Kauft sie nich.

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    wieso greifst du ihn an? ?(
    er hat vollkommen recht!


    Lass ihn doch. So weit denkt der doch überhaupt nicht.


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    Andersrum können die Europäer im Moment extrem günstig in Dollar einkaufen, Öl wird auf dem Weltmarkt ja z.B in Dollar gezahlt. Nach deinem Rechenbeispiel kostet Öl die Amis im Verhältnis 25% mehr.


    Wir leben aber vom Export und nicht vom Import. Nur weil man ein wenig billiger tanken kann, hilft das der Wirtschaft nicht. (Übrigens stimmt das natürlich überhaupt nicht, da Benzin in den USA wesentlich günstiger ist, aber das hat ja andere Gründe)


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    Haha so ein Scheiß. Der Export boomt wie nie aus Deutschland, das sollte man ja wohl wissen (siehe Zeitung lesen). Und für den Import ist der starke Euro natürlich eins A weil, wie du wissen solltest, alles wird billiger.. nech?


    Tja, da sieht man eben, dass du keinerlei Erfahrungen mit dem wirklichen Leben hast. In den Zeitungen liest du natürlich von Daimler, Bosch, Porsche usw., dass der Export keine großen Einbusen erlebt, allerdings wird da der Mittelstand verschwiegen, der es in Deutschland sehr sehr schwer im Export hat. Und wahrscheinlich wirst du, wissen, dass der Mittelstand sehr viel wichtiger für Deutschland ist, als einige große, namhafte deutsche Firmen.

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    Original von Matratze
    Nur gut, dass der Ich-kenne-das-Leben-und-bin-überhaupt-nicht-arrogant-Sandro immer andere Meinungen respektiert und stets in Betracht zieht, dass er auch mal Unrecht hat.


    Tja, der Unterschied ist, dass ich nur etwas zu einem Thema beitrage, wenn ich was Vernünftiges, von dem ich Ahnung habe, zu sagen habe. Oder hast du mich schon jemals in einem Kino- oder Musikthread posten sehen?


    Leider ist das bei anderen nicht der Fall.

  • Diese Eurodebatte, die ihr hier vom Zaun reisst ist doch wohl Perlen-vor-die-Säue-Werferei. Es bringt nichts mehr der D-Mark nachzutrauern, lasst sie doch lieber in ihrem würdigen Grab liegen. Diese Euroantipathie ist nämlich auch ein Problem unserer Wirtschaft, denn wenn kein Vertrauen der Bevölkerung in der Währung liegt, dann nutzt der Export nichts, dann können wir den Laden dicht machen. Lasst dem Euro doch noch drei, vier Jahre Zeit sich auf den Börsen zu orientieren und zu etablieren. Wenn das dann 15 Jahre her ist, dann können wir nochmal schauen, wie sich der Euro an der Wirtschaftsbörse und wie er sich in der Geldbörse verhält und dann sehen, welche Auswirkungen wir davon haben.

    Wenn man beginnt, seinem Passfoto ähnlich zu sehen, sollte man in den Urlaub fahren. Ephraim Kishon

  • Ich glaube nicht, dass bei der Abstimmung wirklich gegen die Inhalte der Verfassung gestimmt wurde. Unterm Strich ist es doch eine Ablehnung an Chriac, weil die Mehrheit der Bevölkerung seine Politik nicht mitträgrt und außerdem so ein Ausdruck von einer diffusen Angst vor Globalisierung. Ich habe, gelinde gesagt, nur sehr wenig Ahnung vom Inhalt dieser Verfassung. Ich kann also nicht bewerten, ob diese Angst gerechtfertigt ist , ich glaube aber nicht.
    In Frankreich würde das Schriftstück an jeden einzelnen Wahlberechtigten verschickt. Andererseits kann ich mir nicht vorstellen das jemand sonen Schinken liest. Zudem gab es wohl tatsächlich eine Diskussion über das Thema und damit eine gewisse Aufklärung, die hier nicht stattfand. Inwiefern diese jedoch inhaltlich gehaltvoll war kann ich nicht sagen.
    Von Volksabstimmungen allgemein halte ich nichts. Ich glaube nicht, dass wir uns mehr für Politik interessieren würden oder am Ende sogar wirklich uns inhaltlich damit auseinandersetzen würden. Im repräsentativen System werden ja doch nur die Populisten noch mehr Erfolg haben, als sie eh schon haben. Politik, die doch rational sein sollte, wird dann bestimmt von Ängsten, wie das im vorgliegenden Fall in Frankreich war. Irgendwie schweben mir so Schlagworte wie Diktatur der Dummen im Kopf...

    Die Geschichte wird mich freisprechen


    The post was edited 1 time, last by Die Königin der Debilen ().

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    Original von Sandro


    Und in Holland?


    ich denke eine wichtig rolle hat die entscheidung frankreichs für die niederlanden gespielt. wäre das ergebniss in frankreich anders ausgefallen, so denke ich, dass dies auch einfluss auf die niederlande gehabt hätte.


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    Irgendwie schweben mir so Schlagworte wie Diktatur der Dummen im Kopf...


    dies ist natürlich eine große gefahr. allerdings finde ich, dass man dem volk eine chanche geben sollte solche dinge selber zu bestimmen. ich finde das ist ein anzreiz an die politiker sich an ihre eigenen versprechen zu halten und es zwingt die prozesse transparenter zu gestallten. es muss also ausreichend aufklärung betrieben werden.


    da reicht es nicht einfach nur die verfassung an jeden haushalt zu schicken. noch wichtiger ist es meiner meinung nach den bürger ausfürhrlich von den vor- und nachteilen zu berichten. und ihm klar zu machen, warum er sich so zu entscheiden hat. und nicht anders.

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    Und in Holland?


    Zum einen das, was Moritz erwähnt hat, zum anderen Globalisierungsangst(gerade in einem Land dieser Größe) und drittens: Balkenende hat auch nicht mehr den Wahnsinnskredit bei der Bevölkerung.

    Wenn man beginnt, seinem Passfoto ähnlich zu sehen, sollte man in den Urlaub fahren. Ephraim Kishon

  • dabei ist es eigentlich absurd, dass gerade die niederlande gegen die verfassung gestimmt haben. denn gerade die niederlande haben sehr stark von der EU profitiert. vielleicht wurde doch nicht genug aufgeklärt.

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    Original von Moritz
    dies ist natürlich eine große gefahr. allerdings finde ich, dass man dem volk eine chanche geben sollte solche dinge selber zu bestimmen. [..]
    da reicht es nicht einfach nur die verfassung an jeden haushalt zu schicken. noch wichtiger ist es meiner meinung nach den bürger ausfürhrlich von den vor- und nachteilen zu berichten. und ihm klar zu machen, warum er sich so zu entscheiden hat. und nicht anders.


    hmm..nö. volksabstimmungen sind blödsinn. jeder weiss wofür sein abgeordneter, seine partei steht. wir wählen doch unsere vertreter. dann können diese auch entscheiden.

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    wir wählen doch unsere vertreter. dann können diese auch entscheiden.


    schon, aber leider steht in unserer verfassung z.B. das die abgeordneten nicht ihren wählern gegenüber verantwortlich sind sondern nur ihrem gewissen. heißt, sie können also jedes wahl versprechen abgeben was sie wollen und müssen wenn sie es nicht umsetzen nur damit rechnen, dass sie nicht wiedergewählt werden.


    ich denke das gerade durch solche volksabstimmungen gewährleistet wird, dass die politiker auch erhlich ihren wählern gegenüber sein müssen. denn wenn der wähler sich anders entscheidet, dann wissen die politiker doch das sie irgendwas, was damit zu tun hat, falsch gemacht haben. ich meine damit nicht, dass die wähler wie in frankreich eine regierung für fehler bestrafen sollen die sie in anderen bereichen gemacht haben.

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    ich meine damit nicht, dass die wähler wie in frankreich eine regierung für fehler bestrafen sollen die sie in anderen bereichen gemacht haben.


    Aber genau das tritt recht häufig bei vielen Wahlen, außerhalb des Parlaments auf (Europawahl, z. B.).

    Wenn man beginnt, seinem Passfoto ähnlich zu sehen, sollte man in den Urlaub fahren. Ephraim Kishon