Posts by Chris_Pfeiler

    Man mag es als ungelbe Blasphemie betrachten, aber ich persönlich sehe eigentlich keinen Grund, Matt Groening noch zu irgendeinem "Bday" zu gratulieren. Wenn jemand als "Serienschöpfer" mit Blick auf die aktuelle Qualität der Serie sagt, daß die Folgen so gut sind wie immer (wenn nicht sogar besser, als jemals zuvor) dann zeigt das zumindest für mich keine echte künstlerische Integrität oder Sympathie für die eigenen Ideen/Charaktere.


    Dies nur als (zugegeben provokative) Diskussionsanregung.


    Chris

    Zur Zeit arbeite ich eigentlich nur mit dem 386SX25. Hauptsächlich unter DOS, aber gestern habe ich ihm auch mal wieder unter Windows einen neuen Look spendiert. Startzeit ca. 16 Sekunden, eigentlich ganz gut für 6 MB RAM und AT-Bus-Platte:




    Chris

    Ein Staffel-9-Beitrag aus meinem Blog:


    Weil ich mich gerade mal wieder durch Staffel 9 lese, fielen mir zwei bzw. drei Folgen in dieser Staffel auf, die zwar jede Menge Arbeit gemacht haben, die aber beim Leser wohl eher auf Irritation gestoßen sind (so zumindest mein Eindruck).


    Die erste Folge davon ist Nr. 166. "Melissa". Wie schon geschrieben, war die grundlegende Inspiration dafür eine Avengers-Folge von 1965 mit dem Titel "Two´s a Crowd". Alternativ kann man eine Anregung auch in klassischen Heist-Filmen wie z.B. "Oceans Eleven" sehen, denn letztendlich geht es bei der Scharade um den Inhalt von Alf Rudmanns Tresor. Die Agenda der Beteiligten ist dabei für lange Zeit undurchschaubar. Interessant an der Folge ist für mich auch, daß sie dem Zuschauer im "My Fair Lady"-Stil die vermeintliche Charakterentwicklung einer Figur zeigt, die gar nicht existiert. Es gibt keine Melissa Gantenbrink in Bruchbach.


    Darüber hinaus ist die Folge quasi auch die erste aktive Umsetzung der Schlußszene aus den "Tränen von Megiddo". Waren die Hauptcharaktere in den letzten beiden Staffeln eher Schachfiguren im Spiel anderer Mächte bzw. die andere Seite stets mehrere Schritte voraus, wechselt die Initiative nun. Das Spiel hat gerade erst angefangen. Es war mir auch wichtig, daß Alex in der Story aus einer passiv kommentierenden Rolle herauskommt und die Gegenseite aktiv an der Nase herumführt - wenn auch zum Schluß nicht zu 100% erfolgreich. Waren vorherige Mythology-Folgen in Staffel 8 wie "Lest Darkness Fall", "Fire Lake" und "Magic Bus" eher von einem gewissen, passiven Fatalismus durchzogen, kommt nun eine aktivere, positivere Stimmung mit herein, was sich vielleicht auch gut in der bis dato ungewohnten Kombination von Serienmythology und bunten Musicalszenen zeigt.


    Und ja, es gibt von dem Aussichtspunkt oberhalb der Stadt etwas sehr, sehr Wichtiges zu sehen, was aber bisher nur Alex auffällt, weil die anderen nicht wissen, worauf sie schauen müssen. Dazu mehr in späteren Folgen, denn es ist ein wichtiger Schlüssel.


    Kommen wir mit diesem Wort umfangreicher zur zweiten Problemfolge (?) in Staffel 9, nämlich zum Zweiteiler Nr. 169 und Nr. 170, "Paradise Lost & Found". Der Titel (den ich als Schildergag schon in einem älteren Simpsons-Skript verwendet habe) ist eine Verbindung von Miltons Romantitel "Paradise Lost" und dem englischen Begriff für ein Fundbüro, "Lost & Found".


    Was viele Leser bei dieser Story irritiert haben mag, ist eventuell, daß zwar sehr viel passiert, aber fast nichts davon Relevanz für die normale Handlungslinie hat, oder diese irgendwie voranbringt. Beinahe alle Ereignisse finden in einer alternativen Realität statt, und berühren die eigentliche Mythology nur in der Vergangenheit, um einige Fäden und Knoten aufzulösen. So erfahren wir, wer in Folge 140 das berühmte Metallröhrchen aus dem Gebüsch in Richtung Mike geworfen hat (und warum), was es überhaupt mit dem Jonbar-Titel der Episode auf sich hat, und wie Mike denn schon in Folge 140 in Rumänien ein Röhrchen finden kann, das eigentlich erst in Folge 167 mitten in Bruchbach verschwunden ist. Außerdem gibt uns die Folge eine Verbindung zwischen der Aussage des dunklen Tütenmannes in "The Dark Bag" über seine geliebte Calliope und dem Hinweis in der Lichterstadt, daß Ricks Clarissa mit zweitem Vornamen Calliope heißt. Auch ihre Rolle, die sie vor dem Ende noch zu erfüllen hat, ist vielleicht (?) damit abgedeckt.


    Was ebenfalls seltsam erscheinen mag, ist die die Natur der Story als interdimensionale Superheldenparodie in einem von CP/M verwalteten Multiversum, deren geheimer Hauptdarsteller im Hintergrund ausgerechnet der erste Weltkrieg ist. So ist der Schuh, den der Seeker/Godmaker gestohlen hat (und den wir kurz in seinem Museum sehen) natürlich der Schuh von Gavrilo Princip, der wie erklärt am 28.06.1914 in Sarajewo den ersten Weltkrieg ausgelöst hätte, wäre er nicht wegen seines fehlenden Schuhes eine Treppe heruntergefallen. Somit ist der Schuh quasi ein relevantes Objekt (und der Treppensturz auch ein Jonbar-Punkt, der über den Verlauf einer Weltlinie entscheidet) und wurde daher vom Godmaker bei seiner Suche nach dem Schlüssel gestohlen.


    Die Realitätslinie, die ausgerechnet dabei erzeugt wurde, ist jene, in der die Calliope des dunklen Tütenmannes gestorben ist. Das wird deutlich durch z.B. die monumentale Statue von "Kaiser Franz-Ferdinand 1863 - 1951" in Wien oder auch durch die Pyramide auf dem Roten Platz am Ende, die jetzt nicht das Mausoleum von Lenin ist, sondern das Grabmal der Zarin Anastasia. Was aber besonders düster auffällt, ist, daß das Resultat eines so verhinderten ersten Weltkrieges quasi ein monarchistisch-imperialistisches Europa ist, das in knapp 100 Jahren trotzdem bereits 3 Weltkriege hinter sich hat, denn die aus Zerstörung aufsteigenden Raketen werden vom Godmaker als der Beginn des vierten Weltkrieges bezeichnet. Hier taucht vielleicht auch die trekkige Fragestellung nach dem Wohl von vielen vs dem Wohl von wenigen oder einzelnen auf. Wenn eine Weltkatastrophe (unbeabsichtigt) verhindert wird, wozu führt das dann? Wenn eine Person (wie Calliope) aus einer anderen Weltlinie "gerettet" würde, wohin führte das?


    Verschiedene Bezüge hier und in früheren Folgen verweisen auch auf Jack Williamsons klassischen SF-Roman "The Legion of Time" von 1952, in dem der Begriff der Jonbar-Punkte eingeführt wurde. So ist das Auftauchen der beiden Calliopes ein direkter Verweis auf einen Aspekt des Buches, der als Sorainya-Lethonee-Dualität bezeichnet wird. Daß die Charaktere in der Folge als Spiegel fluktuierender Weltenlinien dargestellt werden (ihr äußeres Erscheinungsbild wechselt subtil) fügt hier eventuell noch eine weitere Ebene hinzu, auch wenn ich nun nicht so recht weiß, welche. Wellenfunktionen? Bei dem ganzen Spiel mit den Realitäten stellt sich natürlich auch die Frage, ob "unser" Bruchbach aus den normalen Folgen nun ein Teil unserer Realität ist oder sich auch parallel dazu bewegt. Schließlich gibt es in unserer wahren Welt keine TV-Serien namens "Oddville" und "Sterne über Paris" und die britischen Superagenten im Kino heißen nicht Slade Pertwee. Das nur als Gedanke am Rande.


    Wichtig an der Doppelfolge ist denke ich auch, daß sie ihre Ideen natürlich auch parodiert und das komplexe Thema Dimensionen und Parallelwelten nicht zu ernst nimmt. Anstelle von komplizierter Technologie oder gar Esoterik wird 8-Bit-Bubes Maschine von einem wenig effektiven 8-Bit-Betriebssystem befeuert, das seiner Aussage nach als Einziges dazu in der Lage ist, die Struktur der Raumzeit zu verwalten (hey, was ist mit DOS? ;-)). Auf dem grünen Bildschirm läuft Pong und der "Bug", der die Weltenportale zersplittern läßt, ist die wortwörtliche Motte zwischen Röhren und riesigen Steckkarten. Als der Godmaker Tütenmann fragt, ob er denn ernsthaft glaubt, daß das Universum so einfach wäre, daß ein Schlüssel wirklich ein Schlüssel sei, wäre die korrekte Antwort vermutlich: "Also wenn sich dieses Multiversum mit 8-Bit-Bubes Schrott verwalten läßt, kann es ja gar nicht so kompliziert sein..." Die Tatsache, daß die Lokalzeitung nach der interdimensionalen Heldentat lieber über Rüben-Bert berichtet, der einen Korb mit Kätzchen von der Straße gerettet hat, und der Kommentar der alternativen Alex dazu, ist auch Ironie zum Thema Perspektiven.


    Das nur als eine mögliche Deutung. Ich bin nun sicher nicht auf alle Aspekte eingegangen. Einige Fragen sind beantwortet, aber sehr viele andere Fragen sind noch offen. Warum ist das kleine Metallröhrchen der Schlüssel und ein wichtiges Objekt für Sein oder Vergehen einer Weltlinie? Was bedeutet der Verweis auf Ragnarök und Fenrir, den Wolf? Warum tauchen Edgar und Zoe aus "Time in A Bottle" auf dem Hochzeitsfoto von Calliope auf? Wer ist der "Andere", von dem damals gesprochen wurde? Der Schäfer? Quantum Hias? Jemand anderes? Zählt das, was geschrieben steht oder das, was nicht geschrieben steht? Was hat es mit dem Physikraum der alten Schule auf sich? Was ist mit Folge 42? Und vieles mehr. Wer weiß schon, wie das Ende aussieht.


    Mir ist klar, daß nicht alle Leser mit dem Verlauf der Story in Staffel 9 einverstanden sind. Allerdings denke ich doch, daß gerade auch "Paradise Lost & Found" mehr verdient hätte, als nur einen einzigen, müden "Tütenmann-Folgen mag ich nicht"-Kommentar.


    Chris


    P.S. Das Layout zum Buch ist nun so gut wie fertig, hier eine Beispielseite ohne Zeichnungen:


    Danke für die Info. Jener Bill Morrison hat aber meines Wissens nach absolut nichts mit der Produktion der Serie zu tun. Man korrigiere mich, falls nötig.


    Chris

    Tja, so habe ich mir das schon irgendwie gedacht. Eigentlich genau das, was die Serie ausmacht (nämlich ihre Wurzeln, und die Zeit, als sie IMO noch wirklich etwas Besonderes war) wird vom Sender als für die deutschen Zuschauer nicht passend betrachtet.


    Da sieht man halt eben auch, daß es einem Sender wie Pro7 nicht wirklich um die Serie oder das Gesamtwerk geht, sondern um ein selbstgebasteltes Image vom "gelben Kult", das Quote verspricht.


    Chris

    Ja, schon klar das die Audio und Video Sachen schlechter sind. Es sind auch alte Folgen wo Bill und die anderen Zeichner noch nicht so gut waren und die Programme nicht so weit entwikelt wie heute. Aber die 5. Staffel ist von den Storys echt besser.


    Nur mal rein aus Interesse: wer ist dieser "Bill", der bei alten Folgen "noch nicht so gut" war? Gezeichnet wurden und werden Folgen in Korea, ein Bill ist mir persönlich im Produktionsumfeld nicht bekannt.


    Zweite Frage: laufen momentan eigentlich auch irgendwo wirklich gute Folgen, also Staffeln 2 und 3? Oder steigen Gelbe-Chaos-Sender wie Pro7 nun aus Prinzip immer mit neuen Staffeln ab S5 ein? Ansonsten bestätigt der Threadstarter eigentlich nur meine Vorurteile gegenüber dem 21. Jahrhundert. Aber das mag an mir liegen.


    Chris

    Inwiefern weiß "niemand ob die Qualität der Folgen sinkt"? Seltsame Aussage, die jeder Person, die sich kritisch Gedanken zur Sendung gemacht hat, irgendwie das Urteilsvermögen abspricht bzw. diese klischeehaft einsortiert.


    Qualitätseinschätzung an sich ist immer ein subjektiver Eindruck und diejenigen, deren Ansprüche die (einstmals herausragende) Sendung schon lange nicht mehr erfüllt, wissen sehr wohl für sich, daß die Qualität der Folgen gesunken ist. Nebenbei gibt es auch objektiv begründbare Qualitätsmaßstäbe wie Kreativität, Frischheit der Ideen, Stil, Respekt für Charaktere und Zuschauer etc., bei denen man im Fall der Simpsons einen begründbaren Vergleich zwischen "damals" und "heute" anstellen kann.


    Die Frage, die sich stellt, ist grundsätzlich jene, wo die Simpsons kreativ und inhaltlich einmal waren, und wo sie heute sind. Und dieser Vergleich läßt sich durchaus aus dem Bereich subjektiven Empfindens herausbewegen. Die interessantere Frage (denn die Frage ob ein Qualitätsverlust vorhanden ist, ist meiner Ansicht nach beantwortet) ist eher jene nach dem Ausmaß des Verlustes. Ein guter Thread zum Thema vielleicht hier - und das nicht, weil er von mir ist, sondern weil damals noch komplexer hier im Forum diskutiert und nicht nur Halbsätze als Wahrheiten hingeworfen wurden:


    http://www.maggied.de/index.php?page=Thread&threadID=17016


    Chris

    Ein Beitrag aus meinem Blog, vielleicht ja auch hier von Interesse:


    Nun muß ich ausgerechnet eine gepflegte Schnickschnackscheiberei loben, die ich zu Weihnachten bekommen habe. Sie kam auffallend spät auf den deutschen Markt, aber sie kam doch noch: The Muppet Show, komplette Staffel 1 von 1976 mit allen 24 Folgen.


    Ich hatte nicht mehr allzu detaillierte Erinnerungen an die Sendung, die seinerzeit immer nachmittags im ZDF in der deutschen Version lief. Um so positiver war ich nun überrascht, gerade schon in der ersten Staffel soviele wirklich gelungene Szenen, Gags und kreative Ideen zu finden. Und so bemüht die deutsche Übersetzung war, an Originalton und die stimmlichen Talente und Charakterisierungen von Sprechern wie Jim Henson und Frank Oz kommt sie nicht im geringsten heran. Wo das Original etliche Wortspiele, Dialekte, Akzente und stimmliche Charakterfacetten aufweist, bleibt die Synchro bei einigen Stichproben doch recht bieder hochdeutsch und bisweilen arg kalauernd.


    Besonders lobenswert sind natürlich die Gaststars, die bereits in der ersten Staffel dabei waren. In späteren Jahren, als die Show ein Quotenhit wurde, haben sich die Promis natürlich um Auftritte für Eigenwerbung gerissen, aber 1976 waren die Chancen dieser in England produzierten Serie noch sehr unklar, gerade was die US-Quote betrifft. So wurden viele Szenen tatsächlich nur für den britischen Markt produziert und waren nie im US-Fernsehen zu sehen. Trotzdem fanden sich auch am Anfang schon einige Berühmtheiten wie Vincent Price oder Sir Peter Ustinov als Gäste ein. Bei anderen der frühen Gäste mußte ich auch als Kenner der Medienlandschaft der 70er ein wenig überlegen, bis mir zum Namen mehr eingefallen ist. Aber auch da sind interessante Leute dabei, wie z.B. Allroundtalent Candice Bergen, die Tochter von Edgar Bergen, die als Schauspielerin, Fotografin, Malerin, Autorin, Frauenrechtlerin, Model und wasweißich tätig war bzw. ist.


    Ein brillanter Aspekt der Serie sind aber natürlich die Charaktere wie Kermit, Miss Piggy, Fozzie Bear, Gonzo, Rowlf, Scooter, Sweetums, Dr. Teeth, Animal, Janice, Sergeant Floyd Pepper, Zoot (die letzten Fünf auch bekannt als Band "Electric Mayhem"), Sam the Eagle, Uncle Deadly, Gorgon Heap, Swedish Chef, Statler und Waldorf und manch andere. Einige der sympathischen Charaktere aus Staffel 1 wie etwa Hilda, die Garderobenlady mit rumänischem Akzent, oder George der muffige Hausmeister kommen in späteren Staffeln leider nicht mehr vor. Als mein Lieblingscharakter stellt sich aber wieder der grottensympathische Fozzie Bear heraus, vielleicht der einzige Bär, dem ich vertrauen würde ;-). Hier sehen wir ihn auch noch in seinem alten Modell mit beweglichen Mundwinkeln und wackelnden Ohren, gefällt mir irgendwie besser als der spätere Entwurf.


    Was deutlich auffällt, ist der stark klassische Aspekt von Variete und Vaudeville in der Show. Viele Szenen von Kermit und Fozzie wirken, als könnten sie auch von Groucho und Chico Marx vorgeführt werden - was nicht bedeutet, daß ihnen die Muppets keinen sehr eigenen Stempel aufdrücken. Eine frühe Folge zeigt Kermit sogar beim Singen einer alten Groucho-Nummer, "Lydia the Tattooed Lady" mit einem rothaarigen, leicht bekleideten Schwein. Was hinter der Bühne natürlich Dresche aus der üblichen Richtung für ihn bedeutete. Pig Power!!!


    Die Inspirationen für Songs und Gedichte gehen natürlich quer durch die größten Talente: Irving Berlin, Cole Porter, Rodgers und Hammerstein, Arthur Freed, A.A. Milne und so weiter. Dabei ist auch gar nicht jedes Stück nur auf reinen Humor aus, auch so manch leisere Nummer überrascht, wie z.B. der Frosch Robin und sein "Halfway Down the Stairs" von A.A. Milne, "Mister Cellophane" gesungen von Gaststar Ben Vereen oder ein Sketch mit Sandy Duncan und dem traurigen Sweetums. Wobei auch viele schrägere Gags wunderbar sind, siehe z.B. das surreale "Hugga Wugga" oder der "Willow Tit Willow"-Sketch mit Rowlf am Klavier und einem sehr angesäuerten Sam the Eagle.


    Auf jedem Fall ein sehr schönes Geschenk, daß mir nun einige Tage Freude bereitet hat und für das ich sogar den Scheibendreher aus dem Schrank geholt habe. Das Interessante an der Show ist eben auch, daß man mit schauspielerischem Können auch aus simplen Puppen und Handfiguren lebende und atmende Charaktere mit Facetten machen kann. Das wird heutzutage gerne vergessen, da man die Erschaffung empathischer Charaktere nun gerne dem CGI-Film mit dicker Renderfarm zuweist.


    Das Herz der Show und der Charaktere ging vermutlich verloren, als Jim Henson 1990 starb bzw. spätestens durch den Aufkauf der Rechte durch Disney. Wo die Figuren heute stehen, zeigt wohl ein kleiner Trailer am Anfang von DVD 1, der Werbung für irgendeine Popshow mit den Muppets und den "Stars" des Disney Channels macht. Meh. Ich warte auf jeden Fall gerne auf das Staffelset zu Staffel 2 und weiteren Staffeln. Irgendwann kommt ja auch noch der bekannte (und irgendwie doch sehr traurige) Auftritt von Peter Sellers als Gast. Aber das ist eine andere Geschichte.


    Und weil ich gerade in Schnickschnacklaune bin, hier ein paar Filmchen mit online und so, alles Material aus der oben genannten Staffel 1:


    http://www.youtube.com/watch?v=ueuA-9pqRok


    http://www.youtube.com/watch?v=JN5Mqr6tRlw


    http://www.youtube.com/watch?v=6Zdu2zeiJ1Y


    http://www.youtube.com/watch?v=qGFR3zz12p0


    http://www.youtube.com/watch?v=JEilPR1PXko


    Es sei aber natürlich die komplette Staffel in greifbarer Form empfohlen.


    Chris

    Wie versprochen, ist hier die erste neue Staffel-9-Folge des Jahres 2011. Es ist die Folge mit Klaus und Randolf, mit der ich nie sonderlich zufrieden war. Das Ergebnis ist durchaus akzeptabel, hat für meinen Geschmack aber doch einen gewissen Simpsons-S1x-Beigeschmack. An die epische Skala eines "Paradise Lost & Found 1 + 2" reicht es bei weitem nicht heran, aber für die Balance innerhalb der Staffel könnte es ganz passend sein. Im Episodenguide auf der Webseite ist die Folge schon.


    Ich habe lange an den Titel hinüberlegt, etliche Songnamen und Parodien probiert, die auch nicht zuviel von der Story verraten sollten. Letztlich war die einfachste Idee dann vielleicht sogar die Beste. Ob es eine akzeptable Folge ist oder zu generisch (gerade auch mit Blick auf die Lizenzkosten für die Songs) kann ich als Entscheidung nur dem Leser überlassen. Wer alle zitierten Songtitel findet, ist gut. Wobei sich von einem guten Autorenteam sicher noch weit mehr Zitate einbauen ließen.


    171. Starr Wars


    Die Folge beginnt bei einem gepflegten Abendessen im Wohnzimmer von Randolf. Wir sehen Alex, Rick, Mike und Klaus als die Gäste. Rick versucht mehrfach, das Gespräch in die Richtung zu lenken, daß hier bestimmt "wichtige Dinge" besprochen werden müssen, aber alle anderen Gäste (erstaulicherweise selbst Alex) beharren darauf, daß es nur ein entspannter Abend bei Freunden ist. Nach dem Nachtisch zeigen sich Randolf und Klaus aber doch in der Stimmung, endlich zu erzählen, was denn nun zwischen dem Aufbruch von Klaus am Ende von Folge 159 und der Rückkehr der beiden in poppig-bunten Matrosenanzügen am Ende von Folge 161 geschehen ist. Die Folge wechselt zu einer Rückblende.


    Nach einer kleinen Odyssey durch Europa mit seinem qualmenden VW-Bus hatte Klaus Randolf schließlich in London gefunden - und zwar als unrasierten Camper mit einem Zelt auf dem Parkplatz vor dem BBC-Gebäude. Randolf erklärt ihm, daß er sich über seine "eigene" Entscheidung, Bruchbach zu verlassen, nicht mehr sicher ist, da ihm seine schräge Vision von den Dexy´s Midnight Runners im Rückblick gesehen immer suspekter (und für den Musikkenner inhaltlich fehlerhafter) vorkam. Klaus erzählt ihm nach etwas Zögern, daß auch er selbst einen irritierenden Tagtraum hatte, in dem er all jenen Personen begegnet wäre, die er in seinem Leben mit seinem "Nostalgie-Spleen" vergrault hatte. Alle diese Leute haben versucht, ihn davon zu überzeugen, daß ihn nur das glückliche Schwimmen mit dem Strom befreien würde. Erst als unter den Personen auch Anna aus Folge 101 aufgetaucht ist (und einen iPod in der Hand hielt) hatte Klaus erkannt, daß er hier keine Wahrheit sieht und der Traum ist in Scherben zerbrochen.


    Klaus versucht Randolf zur Rückkehr zu überreden, aber dieser winkt ab. Er erklärt, daß er hier auf dem Parkplatz campiert, weil er Ringo Starr treffen möchte. Wie allgemein bekannt ist, war Ringo doch in den Beatles-Filmen auch immer der "Hausel", den die anderen Beatles rumgeschubst und veralbert haben. Und weil sich Randolf im Moment auch genauso fühlt bzw. als Schachfigur in einem Spiel anderer Leute sieht, dachte er sich, daß ihm nur Ringo den passenden Rat für seine Zukunft geben kann. Weil Ringo Gerüchten zufolge morgen eine BBC-Show moderiert, campiert er eben hier und wartet auf ihn. Klaus hält das für eine unsinnige Idee, schließt sich Randolf aber letztlich an und beide campieren im Zelt - beobachtet von Überwachungskameras, die das Bild direkt in einen Raum voller Monitore übertragen. Ein schemenhafter Mann im Schatten deutet auf Randolf und Klaus und nickt. Jemand reicht ihm ein rotes Telefon und ominöse Musik erklingt.


    Am nächsten Morgen werden Randolf und Klaus als Ruhestörer verhaftet und in einen Polizeibus verfrachtet - zusammen mit einer schrägen Gruppe pseudo-russischer Gestalten, die direkt aus einem plüschigen Agentenfilm im Stil der Swinging Sixties ausgebrochen zu sein scheinen. Ein zotteliger Donkosak fragt Klaus finster "Do you want to know a secret?", was letzlich in eine spontane Musicalnummer zu "Back in the U.S.S.R." von den Beatles und zu einem spekakulären Unfall des Polizeibusses führt. Randolf und Klaus finden sich plötzlich in der Freiheit wieder. Eine der verletzten russischen "Agentinnen" drückt ihnen einen versiegelten Koffer in die Hand und erklärt, sie wäre Doppelagentin im Auftrag Ihrer Majestät. Die geheimen U-Boot-Pläne in dem Koffer müssten umgehend zum geheimen Marineministerium gebracht und dort dem Geheimwissenschaftler Dr. Starkey übergeben werden. Nur so könne ein Agentenkrieg verhindert werden. Dann stirbt die Agentin äußerst dramatisch ohne Grund.


    Klaus und Randolf werden jetzt von diversen Dunkelmännern zu Fuß und mit Fahrzeugen durch die Innenstadt verfolgt (begleitet von "Rock and Roll Music" als Soundtrack und von den surrenden Blicken der Überwachungskameras). Auch eine improvisierte Tarnung mit zwei Besenbüscheln einer Straßenkehrmaschine als Perücken führt zu wenig - nun werden beide von einer Gruppe kreischender Teenager verfolgt. Endlich entkommen, wollen sie die Dokumente bei der Polizei abgeben, geraten jedoch auch hier an offensichtlich falsche "Bobbies" aus dem tiefsten Sibirien. Nun entschließt sich Randolf, die Sache selbst in die Hand zu nehmen und keine Schachfigur mehr zu sein - sie werden diese Dokumente zum Marineministerium bringen und an Dr. Starkey übergeben. Wie Randolf stolz erklärt, lebte in der Stadt, in der er geboren wurde, ein Mann, der zur See fuhr und ihm viel über U-Boote erzählt hatte. Klaus meint wenig begeistert, daß der einzige Seekapitän, der jemals aus Bruchbach kam, auch nur dafür bekannt ist, einen Ozeanriesen im Bruchbacher Kanal festgesetzt zu haben (wir sehen eine kurze Blende zu einem grün bemoosten Riesenschiff, das schräg im Kanal verkeilt ist. Ein Banner verkündet "Jungfernfahrt Oktober 1974".)


    Ein haariger Informant, der frapante Ähnlichkeit mit Sergeant Floyd Pepper aus der Muppet Show hat, erklärt den beiden in einem seltsamen Gespräch, daß man Doctor S. nicht so einfach an einem bestimmten Ort antreffen kann - er wäre nämlich ein richtiger Nowhere Man. Der Informant kann ihnen nur noch eine halbe Adresse in der Penny Lane nennen, wird aber erschossen, bevor er die korrekte Hausnummer sagen kann. Beschattet von Männern in billiger Briefträgerverkleidung (und zu den Klängen von "Please Mister Postman") verstecken sich die beiden in einem Einkaufszentrum. Im Hintergrund sehen wir allerlei Schilder und Läden wie ein Tiergeschäft namens "Octopus´s Garden" und einen Buchladen namens "Paperback Seller". Randolf und Klaus fliehen in ein recht surreales Süßwarengeschäft mit dem Namen "Lucy and her Sweets with Delight".


    Nach dem Genuß von etwas Zuckerwatte wird die Szene noch surrealer und der Animationsstil wechselt zu einem kleinen Tribut an Heinz Edelmann bzw. an Yellow Submarine. Als die beiden mit Kopfschmerzen endlich wieder aufwachen (Klaus fragt sich, wo denn das Mädchen mit den Kaleidoskopaugen hin verschwunden ist) befinden sie sich in einem dunklen Raum. Ein Mann im Rollstuhl mit stark Strangelove-esquen Tendenzen stellt sich als Agent der deutschen Marine namens "Herr Siegfried" vor und verlangt von den beiden aus Vaterlandstreue die geheimen, britischen Dokumente an ihn zu übergeben. Klaus und Randolf weigern sich jedoch und können seltsamerweise erneut entkommen. Ausgerechnet mit einem Handy ruft Klaus bei Scotland Yard an und läßt eine schräge Warnung vor Russen, Deutschen und sonstigen bösen Buben auf deren Anrufbeantworter zurück, bevor eine wilde Schießerei beginnt - zwischen Agenten aller möglichen Länder, inklusive solcher, die es eigentlich gar nicht mehr gibt.


    In einem Kleiderfundus tarnen sich die beiden mit bunten Matrosenanzügen und wollen aus dem Durcheinander entkommen. Auf dem Weg nach draußen entdecken sie eine Tür mit der seltsamen Aufschrift "Secret Marine Ministry - Office of the Honorable Doctor R. Starkey". Hinter der Tür ist ein weitläufiger, dunkler Raum. Wir sehen den Mann im Schatten, der die beiden schon vor dem BBC-Gebäude beobachtet hatte. Er streckt die Hand nach dem Koffer aus. Klaus und Randolf weichen zurück, als plötzlich überall Scheinwerfer angehen und sie sich vor laufenden Fernsehkameras und einem applaudierenden Publikum wiederfinden. Der Mann im Schatten ist in der Tat Mr. Richard Starkey - besser bekannt als Ringo Starr. Wie ihnen ein Übersetzer erklärt, waren Klaus und Randolf während der letzten Stunden die Stars in einer großen, musikalischen Realityshow mit Beatles-Zitaten und wurden dank der unzähligen Überwachungskameras in der Stadt die ganze Zeit über live gefilmt. Ringo Starr ist Moderator der Sendung und Klaus und Randolf haben durch ihr "freiwilliges" Mitspielen den großen Hauptpreis gewonnen.


    Während Klaus sein ärgerliches Mißfallen über solchen Unfug, Überwachungswahn und dumpfe Klischees Marke Herr Siegfried ausdrückt, sieht Randolf trotz allem endlich seine Chance gekommen, Ringo um Rat zu fragen. Er klagt diesem sein Leid und fragt ihn, wie es denn nun ohne seinen Sender in Bruchbach weitergehen soll, und was überhaupt der Sinn des Ganzen wäre. Leider stellt sich heraus, daß Ringo kein Wort Deutsch spricht und auf Randolfs Fragen hin nur mit den Achseln zucken kann. Letztlich klopft er dem niedergeschlagenen Randolf aber auf die Schultern und sagt "It don´t come easy...". Randolf nickt nachdenklich.


    Die Preisverleihung an die vermeintlichen Gewinner verläuft dann nicht ganz nach Plan, denn Klaus und Randolf sollen ihren sauer verdienten Gewinn sofort wieder spenden - und zwar zugunsten eines gewissen Mr. Kite. Nach etwas Rangelei um einen Korb voller Pfundnoten stellt sich heraus, daß Scotland Yard den Anruf von Klaus wegen der Rumballerei auf der Tonspur wohl doch ernster genommen hat. Bewaffnete Polizisten und Agenten stürmen das TV-Studio und verhaften alle Anwesenden - inklusive Ringo, der in Handschellen abgeführt wird, und dem sein Protest wenig hilft ("But you´ve got to let me go. I´m Ringo..." "Yeah. That´s what they all say..."). Randolf und Klaus greifen sich ein Bündel Geldscheine aus dem Gewinnkorb und können in ihren Matrosenanzügen knapp entkommen. Die Rückblende endet und die Szene blendet zurück in Randolfs Wohnzimmer.


    Rick runzelt die Stirn und ist von der seltsamen Story mit Musik von vorgestern wenig angetan. Er stellt deren Wahrheitsgehalt in Frage, weist aber gleichzeitig auch Alex darauf hin, daß Randolf und Klaus nun ihre Story erzählt haben und es vielleicht auch für andere Personen an der Zeit wäre, mit der Geheimniskrämerei aufzuhören. Alex ignoriert den Wink mit dem Zaunpfahl und fragt Randolf irgendwie wissend, was er jetzt weiter tun wird. Rick ist mehr daran interessiert, was eigentlich aus dem dicken Gewinn geworden ist, den sich beide am Schluß noch greifen konnten. Randolf steht auf und führt die Freunde nach unten in den Keller. Dort sind die Regale seiner zurückgekauften Schallplattensammlung wieder bis unter die Decke gefüllt. Alex nickt lächelnd.


    => Medienparodie, Musicalfolge


    Am Schluß habe ich den Eindruck, daß irgendwie noch eine Pointe fehlt. Eventuell eine Rückblende zu Ringo immer noch hinter Gittern? Oder ein offscreen-Kommentar von Randolf, der sagt, daß es jetzt an der Zeit für richtig gute Musik ist und dann irgendetwas von den Stones über den Abspann ;-).


    Die Dialogzeile "You´ve got to let me go. I´m Ringo...", "That´s what they all say..." ist übrigens ein direktes Zitat aus "A Hard Days Night" von 1964, als Ringo auch verhaftet wird.


    Kommentare, Kritik und Ideen sind stets willkommen.


    Chris

    Da hast du im Grunde recht. Ich hatte mich da etwas im Ton bzw. in der "Argumentation" vergriffen. Das kommt auch davon, wenn man nur auf die Schnelle schreibt.


    Allerdings kann ich mich trotzdem nicht des Eindrucks erwehren, daß oft nur die negativen ("rückständigen") Aspekte aus meinen Aussagen gepickt werden und auch so manche Gegenargumente hier im Forum einseitig wirken. Beispiel wäre für mich z.B. die kürzliche Aussage von Mattlock "jetzt mal ehrlich, alles was vor windows 2000 war, war so buggy, dass sich die meisten benutzer mehr genervt haben, als eine wirkliche arbeitssteigerung zu erreichen." Das Wort "alles" ist da IMO doch eine sehr grobe Verallgemeinerung, selbst wenn man das Thema nur MS-bezogen sieht.


    Das Beispiel aus dem Serienkonzept war zugegeben unglücklich gewählt, besonders außerhalb des Kontexts gesehen. Ich hoffe, das mir die regelmäßigen Leser darin zustimmen, daß kompromissloses Rumgenörgel eigentlich nicht die Hauptbasis der ganzen Idee sein sollte bzw. ist. Gewisse Einseitigkeiten in der Ideologie lassen sich aber wohl nicht vermeiden, da ich eben der einzige bin, der dazu schreibt.


    Chris

    So oft ich den Höhlenvergleich nun schon gehört habe, er wird auch mit dem nächsten Dutzend nicht richtiger. Rein aus Zeitgründen (ich sitze am Rechner in der Arbeit, privat bin ich momentan nicht online) dazu aber nicht mehr.


    Der interessante Punkt in diesem Thread ist ein anderer: ich kann nicht nachvollziehen, warum eine persönliche Meinung wie meine stets zu einer solch verärgerten Stimmung führt. Eine Meinung Pro und Contra google und Street View war die ganze Zeit über zulässig. Erst meine Aussage, daß es mich persönlich nicht wirklich interessiert und bei mir auch gar nicht funktioniert, führte wieder zu irritiertem Stirnrunzeln. Das ist sehr ähnlich, wie meine wertungsfreie Aussage, daß mich persönlich aktuelle Serien nicht interessieren und ich lieber analog den Kosmos klassischer Serien nach Perlen durchforste. Auch dort kam sehr schnell der übliche "Kann nicht sein/darf nicht sein/rechtfertige er sich"-Gegenwind.


    Warum kann man in der heutigen (angeblich so individualitätsfreundlichen) Zeit nicht so leben, wie man es möchte und diese Meinung auch kundtun? Wie oben geschrieben, habe ich zur Zeit privat z.B. gar kein Internet, die DOSen-PCs stehen in der Ecke, auf dem Schreibtisch steht nur der C64 zum daddeln und coden. Filme und Medien genieße ich die ganze Zeit schon zu 100% analog und die Weihnachtsmusik kommt aus dem vorglühenden Röhrenradio. Und ich bin so glücklich und erkläre das auch. Warum dafür rechtfertigen müssen?


    Chris

    Es ist euch aber doch aufgefallen, daß im Text in einer satirischen Überspitzung (oder Prognose?) vom Abfotografieren von Gesichtern die Rede ist, was von den ausführenden Personen als Banalität hingestellt wird, gegen die nur "Rückständige" etwas haben können. Und das ist eine satirische Betrachtung der Mentalität, die man beispielsweise von digitalen Neohumanisten und einseitigen post-privacy-Verteidigern durchaus zu hören bekommt - nämlich die völlige Öffentlichmachung und Digitalisierung privater Aspekte für den "Fortschritt". Und dazu soll eine kritische Denkanregung zu einseitig sein?


    Ich persönlich werde mich dem Zeitgeist in keinster Weise unterwerfen. Ich habe schon zu oft gesehen, was diese Unterwerfung und geschniegelte Digitalanbetung aus Menschen macht. Wer damit nicht klarkommt oder es nur als kompromisslose und störende Nörgelei ansieht, kann mich aber gerne ignorieren. Das passt zum Zeitgeist.


    Chris

    Es trägt vermutlich zum Thema wenig bei, aber ich habe mich im Serienkonzept ja auch in einer S8-Folge dem Thema gewidmet, als ein ominöser Kleinbus ständig durch Bruchbach fährt und schließlich auf dem Marktplatz von einer Menschenmenge gestellt wird, mit folgender Szene:


    "Im Inneren des Kleinbusses befinden sich aber nur ein paar junge Leute mit Notebooks, die erklären im Auftrag einer führenden Online-Suchmaschine die Gesichter aller Passanten in der Stadt für eine Massenspeicherung abzufotografieren. Warum man für eine solch banale Alltäglichkeit verfolgt wird, ist ihnen ein Rätsel. Die Stadt wird mit hippen Worten beschuldigt, von altmodischen Elementen unterwandert zu sein, die die neue Freiheit der Daten in einer glorreichen "post-privacy-world" ablehnen. Es wird betont, daß die Bürger der Zukunft in Ventenburg soviel besser und aufgeschlossener sind.


    Weil die Lösung so harmlos ist, lachen am Anfang viele Umstehende über Alex und ihre übliche "paranoide" Theorie, das Lachen verstummt aber, als die verärgerten Männer erklären, daß Bruchbach wegen Alex nun komplett aus der Suchmaschine gestrichen wird, viele "cyber business opportunities" wegfallen und Ventenburg im Cyber-City-Ranking weit nach vorne rückt. Vereinzelte Buh-Rufe sind aus der Menge zu hören und auch viele aus der Widerstandsgruppe schütteln den Kopf und ziehen sich zurück. Reporter machen Fotos und lassen dazu sarkastische Kommentare ab, die sofort in der Menge die Runde machen. Alex blickt hilfesuchend zu ihrem Vater, aber auch der kann nur mit der Schulter zucken."


    Inwiefern das als satirische Überzeichnung oder Anregung dem Thema gerecht wird, kann ich aber mangels Kenntnis und Interesse nicht sagen. Sollte es den StreetView-Kram irgendwann mal für DOS und 56K-Modem geben, würde es mich wohl auch nicht interessieren.


    Chris

    Naja, da kann ich doch einfach aus einem drts-Beitrag rauskopieren. Wobei eine Limitierung auf 10 Folgen natürlich etwas schwierig ist. Vor einiger Zeit hatte ich aber mal folgende Liste dazu gemacht (Reihenfolge ist nicht wertend, nur nach Staffeln aufsteigend). Deutsche Titel dazu weiß ich auf Anhieb nicht.


    Moaning Lisa
    Two Cars in Every Garage, Three Eyes on Every Fish
    Itchy & Scratchy & Marge
    The Way We Was
    Lisa´s Substitute
    I Love Lisa
    Lisa´s Wedding
    Bart Sells His Soul
    Mother Simpson
    Summer of 4 Ft 2


    Chris

    Weil ich gerade mal wieder eine einzelne, späte "Fanmail" zu meinen alten Skripten bekommen habe, fiel mir auf, daß es in den letzten Jahren eigentlich überhaupt keine gute Fanfiktion mehr aus dem Simpsons-Bereich gab.


    Ich würde gerne mal wieder ein richtig gutes Skript aus diesem Bereich lesen, vorzugsweise eines, das mehr Inhalt hat, als nur "gelbes Chaos" und TV-Folgen-Mainstream. Gerade in diesen Zeiten, in denen die offizielle Serie doch äußerst...suboptimal ist, wären IMO gute Hobby-Autoren gefragt. Warum kommt aus dem Bereich nichts interessantes mehr? Oder kennt jemand eine gute Story online?


    Chris

    jetzt mal erlich, alles was vor windows 2000 war, war so buggy, dass sich die meisten benutzer mehr genervt haben als einen wirkliche arbeitssteigerung zu erreichen.


    Rein aus Interesse: schreibst du diese negative Meinung aus persönlicher Erfahrung oder vom Hörensagen her?


    Meine Erfahrungswerte gehen in eine etwas andere Richtung, auch wenn ich sicherlich kein Fan von Windows 9x bin. Aber auch da soll es Leute geben, die damit ordentliche Systeme hinbekommen haben. Ich glaube, es war Michael Nickles, der gesagt hat, das DOS 6.22 das letzte Betriebssystem von Microsoft war, das ausgereift auf den Markt gekommen ist. Wobei man aber z.B. auch bei WfW 3.11 als letztem "Glied" in einer langjährigen Entwicklungskette von einem weit höheren Ausreifungsgrad ausgehen kann, als beim 9x-Flickwerk.


    Was genau meinst du mit "alles vor Windows 2000 war buggy"? OS/2 z.B. war der gesamten Palette an MS-Betriebssystemen technisch auch in objektiver Hinsicht überlegen - und das seit Anfang der 90er.


    Chris